Plitwitzer Seen

10. - 12. Mai

Zuerst die Enttäuschung...

Nachdem wir bis jetzt immer von Stadt zu Stadt unterwegs waren, wollten wir in einem Dorf in der Nähe des Naturschutzgebietes Plitvice ein Zimmer oder ein kleines Appartement suchen, Fahrräder mieten und damit ca. eine Woche eine ländliche Umgebung geniessen. Das war leider nicht möglich. Es gibt in der näheren Umgebung des Parks nur ein einziges "Dorf": Apartementhäuser, auch grössere, und ein Laden in der Grösse eines Coop Pronto - sonst nichts. Kein Restaurant, keine Geschäfte, keine Menschen auf der Strasse - ziemlich öde das ganze. Fahrräder gab natürlich auch nicht zu mieten.

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... dann die faszinierende Landschaft

So wurden aus der geplanten Woche nur zwei Tage Aufenthalt bei den Plitwitzer Seen, aber zwei sehr schöne Tage.

 

Der Nationalpark ist für seine 16 kaskadenförmig angelegten Seen mit glasklarem Wasser und die sie verbindenden Wasserfälle bekannt.

Auf Anraten der Parkverwaltung waren wir früh unterwegs. Pünktlich zur Öffnungszeit um 8 Uhr standen wir zusammen mit wenigen andern am Eingang und liessen uns mit dem parkeigenen Bus zum obersten See fahren. 

Von dort führen befestigte Wanderwege, meist auf Holzstegen, um die Seen, an Wasserfällen vorbei durch den Park.

Da wir früh unterwegs waren und am obersten Ende des Parks unseren fünfstündigen Spaziergang begannen, waren wir bis gegen Mittag fast alleine und konnten die Landschaft in Ruhe geniessen.

 

So um 11 Uhr, als wir in die Gegend der grossen Wasserfälle, die auch am einfachsten zu erreichen sind, ankommen, ist es vorbei mit der Ruhe.

So gingen wir dann zurück ins Hotel - als SpanierInnen brauchen wir sowieso unsere Siesta - und kamen dann abends gegen 18h in den Park zurück. Bis um 20h, dann wird der Nationalpark geschlossen, war es dann wieder ruhig und friedlich.

Das Problem aber bleibt: An bestimmten Zeiten sind zu viele Menschen an bestimmten Orten. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Die Stege sind seitlich meistens nicht gesichert und führen zum Teil direkt an den Wasserfällen vorbei. Wer dort reinfällt, kommt nicht mehr heil raus. Wenn die Menschenmassen Mitte Mai schon so gross sind, wird es im Hochsommer sicher noch enger. Problematisch sind vor allem die grossen, bis zu fünfzigköpfigen Gruppen. Wenn sich zwei solche Gruppen auf den Stegen kreuzen und die eine Hälfte stoppt um zu fotografieren, die andere drängt sich daran vorbei, wird es wirklich eng - und gefährlich.

Wahrscheinlich kommt die Parkverwaltung früher oder später nicht darum herum, etwas dagegen zu tun, z.B. mittels Zugangsbeschränkungen, wie dies schon die Alhambra in Granada, der Louvre in Paris oder kürzlich die Gegend um die Rialtobrücke in Venedig eingeführt haben.

Das Plitvice Hotel

Am Rande des Parks gibt es drei Hotels, eines davon, das Plitvice Hotel, ist ein gut erhaltenes Bijou aus den Fünfziger Jahren.

 

Die Restaurants

In der Nähe des Parkeingangs gibt es vier Restaurants, drei davon sind Hotelrestaurants. Alle haben nahezu identische Speisekarten! Die Hotels gehören zum Park und somit unterstehen auch die Restaurants der staatlichen Parkverwaltung. Es sind sehr grosse Restaurants, spezialisert auf Gruppen. Und das Essen schmeckt entsprechend...

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