Albanische Alpen 30.06. - 03.07.

Nachdem wir uns in den letzten Wochen überwiegend am Meer oder aufgehalten haben, sollte es nun landeinwärts gehen: Über die Berge in Nordalbanien nach Kosovo und danach weiter nach Serbien, Bulgarien und Rumänien.

Wir hatten noch nie etwas von albanischen Alpen und als wir das erste Mal davon lasen, hielten wir es für einen Geheimtipp. Offenbar ist diese Gegend aber vor allem bei Wanderern und Trekkern gut bekannt und wir waren bei weitem nicht die einzigen Besuchern. Diese verteilten sich aber gut, so dass wir auch bei unseren kurzen Wanderungen meist fast alleine waren.

Allein die 7-stündige Anreise ab der nächst grösseren Stadt - Shkodra - ist ein Erlebnis: Zuerst geht es mit dem Minibus über viele Haarnadelkurven zur Schiffsanlegestelle am Koman-See.

Der Koman-See ist einer von mehreren Stauseen, die sich über viele Klilometer in einer Kaskade durch das nördliche Albanien ziehen. Die Fahrt dauert fast drei Stunden und führt durch enge Schluchten mit mehreren hundert Meter hohen Felswänden. Man fühlt sich an norwegische Fjorde oder an den Urnersee erinnert. 

Faszinierend! Ab und zu hält die Fähre kurz und lässt Passagiere ein- oder aussteigen, z.T. an Orten, wo weit und breit keine Häuser sichtbar sind.

Wir haben für unseren Aufenthalt in den Albanischen Alpen die Ortschaft Valbona ausgewählt. Ein richtiges Dorf ist es allerdings nicht, sondern ein Talabschnitt mit verstreuten Häusern,

viele davon mit Unterkunftsmöglichkeiten für Touristen. Eigentliche Lebensmittelläden gibt es nicht, nur zwei, drei sehr kleine Minimarkets mit sehr begrenztem Angebot.

In den schwer zugänglichen Tälern der albanischen Alpen lebten die Menschen jahrhundertelang sehr isoliert und nach ihren eigenen Regeln. Auch die Osmanen, welche Albanien 500 Jahre lang beherrschten, hatten in dieser Gegend kaum Einfluss. Bis heute hat sich ein uraltes Rechtssystem, der Kanun,  erhalten, welches als  moralische Basis die Ehre der Grossfamilie hat. Daraus leitet sich sowohl die die Blutrache, wie aber auch ein ausgeprägtes Gastrecht ab.

Valbona ist Teil des gleichnamigen Naturparks und ein Wanderparadies. Durch den Ort führt auch der 192 km lange Fernwanderweg "Peaks of the Balkans".

Zur Zeit wird viel gebaut in Valbona - und meistens es sind nicht gerade architektonische Bijoux. Es ist zu hoffen, dass Valbona in zehn Jahren nicht wie Engelberg aussieht.

Links

Interessante Wandernreisen u.a. in die Albanische Alpen bietet

https://bergfrau.ch/tour/wandern-albanien

 

Catherine Bohne, eine Amerikanerin, die seit acht Jahren in Valbona lebt, engagiert sich für die Region:

http://www.journeytovalbona.com

 

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